Rainer KIPPE

Gründer, Aktivist, Legende der 'Sozialistischen Selbsthilfe'

Mitbegründer der 'Sozialistischen Selbsthilfe Mülheim – SSM' – das Kollektiv steht seit den 1970er-Jahren bis heute konsequent für alternative Wohn- und Arbeitsmodelle

Die sagten „Ihr müsst weg“ und wir haben gesagt: „Ne, wir bleiben. Aber ihr, eure Pläne, die müssen weg.“

themen & aspekte:

Rainer Kippe besetzte am 3. November 1979 gemeinsam mit politischen Freunden die ehemalige Schnapsbrennerei an der Düsseldorfer Straße 74. Anschließend lebte er mit seiner Frau und drei Kindern dort. Damals wollten sie ein Haus für Obdachlose, Arbeitslose und Bedürftige gründen. Entstanden ist die Sozialistische Selbsthilfe Mülheim (SSM) - ein Kollektiv, das selbstverwaltet lebt und arbeitet. Inzwischen etwa 30 Menschen, auch Kinder sind und waren immer dabei.
Der SSM engagiert sich von Anfang an auch politisch: Kämpft für die sozial Schwachen, will den Stadtteil mitgestalten. So ist (neben vielen anderen Projekten) die "Initiative für ein lebenswertes Mülheim“ entstanden, mit Forderungen wie dem Ausbau des Radverkehrs oder dem Verbot des Durchgangsverkehrs aus Mülheim. Widerstand bestimmte schon immer das Leben von Rainer Kippe. Hier erzählt er, wie alles in Mülheim begann.

Wir führen im Kleinen vor, dass das möglich ist: Ein solidarisches Leben und Wirtschaften. Ein Leben im Kampf für die eigenen und die Rechte anderer Menschen

Audiobeitrag / Erzählung / Interview:

Rai­ner KIPPE

Kapitelüberschriften

1. Praxis statt Theorie: Schon in den 70er-Jahren bieten Rainer Kippe und die Sozialistische Selbsthilfe Jugendlichen aus Heimen und Psychiatrien, Behinderten und Obdachlosen Zuflucht in autonomen Wohngemeinschaften. - Oft gegen den Widerstand aus der Stadtverwaltung (ab 00:00)

2. Mit Hausbesetzungen und Demonstrationen zeigte der SSM im Kleinen, dass Wohnungsbau auch sozialverträglich geht (ab 05:09)

3. Als im Zuge der Staatssanierung der Abbruch der Keupstraße beschlossen wurde, leistete der SSM erfolgreich Widerstand. So konnte sich die Straße zur heutigen florierenden Einkaufsstraße entwickeln (ab 09:05)

4. Schon oft sollte der Standort des SSM in der alten Schnapsbrennerei geräumt, die Wohngemeinschaften geschlossen werden. Gelungen ist es dank des Erfindungsreichtums der Mitglieder nie (ab 14:17)

5. Das Verhältnis zwischen SSM und der türkischen Community war immer von gegenseitiger Anerkennung geprägt, Eintritte in den Verein gab es aber nie (ab 18:24)

6. Emanzipation statt Hilfsprogramme: Der SSM gibt Menschen die Möglichkeit, ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen und so gleichwertiger Teil einer basisdemokratisch organisierten Gemeinschaft zu sein (ab 23:25)

7. Mit dem Masterplan Mülheim strebt der SSM die Verbesserung der Lebensqualität im Stadtteil an. Eine der wichtigsten Forderungen: das Ende des Durchgangsverkehrs über den Clevischen Ring (ab 33:08)

8. Den Anschluss zur Jugend finden: Yuppies der 80er- und 90er-Jahre interessierten sich wenig für soziale Ziele, die heutige Generation ist engagierter und interessierter am SSM (ab 41:08)

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http://www.arbeiterfotografie.com/af-koeln/68er/exponat-17.html

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