Ingrid KAISER
Sozialarbeiterin und -pädagogin, ehemalige CSH-Mitarbeiterin
Ingrid Kaiser kam aus Berlin nach Köln-Mülheim und hatte bereits zuvor in der Sozialarbeit gearbeitet. 1987 wechselte sie zur CSH und wurde in der Rixdorfer Straße mit Schimmel, kaputten Dächern und unzumutbaren Wohnverhältnissen konfrontiert. Aus Hausbesuchen entstanden Mieterräte, aus Protest eine behutsame Sanierung von unten.
Es gab einen großen Zusammenhalt und ein Interesse, diesen Stadtteil lebenswert zu gestalten
Audiobeitrag / Erzählung / Interview
Story / Abstract
Als Ingrid Kaiser 1987 zur Familienberatungsstelle der CSH nach Köln-Mülheim wechselte, wurde die Rixdorfer Straße ihr großes Thema: Häuser mit Schimmel an Decken und Wänden, desolate Gemeinschaftsbäder, halb einstürzende Dächer - und die Frage, wie daraus wieder menschenwürdige Wohnverhältnisse werden können.
Kaiser ging von Tür zu Tür, sprach mit den Bewohner*innen und half, sie zu organisieren. Aus dieser Arbeit entstand ein großflächiges Sanierungsprojekt mit basisdemokratischem Mitbestimmungsmodell und neu gegründeten Mieterräten. Fragen von Wohnungsgröße bis Nachbarschaft wurden gemeinsam diskutiert. Von der Rixdorfer Straße aus etablierten sich Mieterräte auch in anderen benachteiligten Kölner Stadtvierteln. Zugleich öffnete sich die Familienberatung nachhaltig multikulturell: erst für türkische Ratsuchende, später auch für russische, polnische, arabische, afrikanische, bulgarische und rumänische Familien sowie Geflüchtete.
Ja, man kennt alle. Man kennt auch die Geschichten aller.
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