Jörg BLASIUS

Professor für Soziologie, Gentrifizierungsforscher

Untersuchte wissenschaftlich den Prozess der Gentrifikation in den Kölner Wohngebieten Deutz und Mülheim

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"Es gibt Verdrängung auch in Deutschland - aber weniger aus dem Wohnraum, sondern mehr als Verdrängung aus dem Lebensstil"

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Das Gespräch mit Blasius zur aktuellen Stadtentwicklung und Gentrifizierung Mülheims hat selbst als eine Art Audiowalk stattgefunden: Jörg Blasius ist hier unterwegs in Mülheim, das er – in Sachen Gentrifizierung – wissenschaftlich ausführlich wie kein anderer erforscht hat. Gemeinsam mit dem kürzlich verstorbenen Soziologen Jürgen Friedrichs hat er  viel beachtete Gentrifizierungsforschung veröffentlicht und die typischen Phasen der Gentrifizierung für Mülheim nachgewiesen: die Veränderungen der Sozialstruktur, der Mieten und der räumlichen Verteilung der Gruppen der „Pioniere“, „gentrifier“ und  der „anderen“. Wer wohnt wo und wie? Wie verändert sich ein Stadtteil? Nach welchen Regeln?

Und wenn der Cappuccino nicht mehr 2 € kostet sondern 3,50 €, dann wissen Sie: Ok, das ist allmählich eine andere Klientel, die jetzt hier erwartet wird

Audiobeitrag / Erzählung / Interview:

Jörg BLA­SIUS

Kapitelüberschriften

1. Jörg Blasius untersucht an der Uni Bonn die "Gentrifikation" der Kölner Stadtteile Deutz und Mülheim (ab 00:00)

2. Gentrifikation verläuft immer nach demselben Schema: Studierende und andere sogenannte Pioniere machen Stadtgebiete attraktiver und locken Wohlhabende an — am Ende steht die Verdrängung der ursprünglichen Anwohner (ab 02:19)

3. Kein Vergleich zu den USA: In Deutschland spielt sich dieser Prozess aufgrund des Mieterschutzes vergleichsweise langsam ab (ab 03:58)

4. Arbeit und Geschäfte direkt vor der Haustür: Immer mehr Menschen drängen in die innenstadtnahen Gebiete Kölns (ab 05:53)

5. Glück im Unglück? Die weniger attraktive Bausubstanz in Mülheim wird großflächige Gentrifizierung wohl verhindern (ab 09:57)

6. In Mülheim leben mittlerweile Menschen aller sozialen Schichten nebeneinander — aber nicht miteinander (ab 13:10)

7. Die Tricks der Investoren: Um Wohnraum attraktiver und somit profitabler zu machen, werden Galerien und Geschäfte mit niedrigen Mieten in die Gegend gelockt (ab 14:30)

8. Verdrängung durch Modernisierung: Legal aus Wohnungen verjagt werden können Menschen durch Umlegung hoher Modernisierungskosten auf die Miete. Diejenigen, die bleiben, müssen ihren Lebensstil oft drastisch verändern (ab 17:45)

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Service/Links/Infos

Kontakt / Universität Bonn

Lennéstraße 27
53113 Bonn

Tel.: +49 (228) 73 - 84 21
E-Mail: jblasius@uni-bonn.de

 

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Gentrifizierung = Bezeichnung für den Strukturwandel großstädtischer Viertel – wenn zahlungskräftigere Bewohner(Gruppen) in ein Viertel hinzuziehen; die Forschung versucht, die Mechanismen dabei zu beschreiben – denn, interessant ist unter anderem, wieso und wo sie nicht stattfindet. Jörg Blasius beschreibt Gentrifizierung in Mülheim als Phasenmodell durch frühen „Pioniere“ (die den Stadtteil für sich ‚entdecken’, Studierende, Künstler etc.) und dem (manchmal nahtlosen) Übergang zu „Gentrifiern“ (Imagewandel); darauf folgen vermehrte Aktivitäten von Maklern und Investoren – bis zum Stadteil, bei dem Wohneigentum überwiegend zur ‚sicheren Kapitalanlage‘ gewordden ist.
Jörg Blasius erklärt hier aber auch, warum Gentrifizierung in Mülheim deutlich langsamer und begrenzter verläuft als in vielen anderen Ländern, Städten und Stadtteilen.

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